... und werden die Wege länger?

Nein.

Es kann sein, dass der Weg zum Sitz des Landrats bzw. der Landrätin tatsächlich weiter wird – nur: Wie oft im Leben muss man als Bürger dort hin?

Entscheidend sind die praktischen Leistungen: der Führerschein, die PKW-Anmeldung, Baubehörde oder Sozialamt. Diese und andere häufig nachgefragte Leistungen der Kreisverwaltung werden schon jetzt häufig dezentral in Außenstellen angeboten. Daran wird die Reform überhaupt nichts ändern.

So sollen etwa die bisherigen Kreissitze Verwaltungsaufgaben für den jeweils neuen Kreis wahrnehmen.

Eingesetzt werden können auch mobile Bürgerbüros, die einzelne Orte und Ortsteile zu bestimmten Zeiten anfahren: Das Amt kommt zum Bürger, nicht der Bürger zum Amt!

Wie die Verwaltung im Einzelnen aufgestellt ist, entscheiden die Landkreise aber in eigener Verantwortung.

Landratsamt Bad Belzig, Foto: picture alliance

Landratsamt Bad Belzig, Foto: picture alliance

Die modernisierten Kreisverwaltungen werden ihre Dienste immer stärker auch online anbieten. Der Gang zum Amt wird in vielen Fällen überflüssig. Das geschieht schon heute vielfach. Die „Digitale Gesellschaft“ ist also längst angekommen. Aber sie muss selbstverständlich weiter ausgebaut werden. Dieser Aufgabe stellen wir uns. Das Land Brandenburg hat übrigens bereits heute die höchste Anschlussdichte in Ostdeutschland an das schnelle Internet (50 Mbit).

Brandenburgs erste rollende Amtsstube nimmt 2012 den Betrieb auf, Foto: picture alliance/zb

Brandenburgs erste rollende Amtsstube nimmt 2012 den Betrieb auf, Foto: picture alliance/zb

Ja, denn nichts soll doppelt verwaltet werden.

Sonst würde das alles keinen Sinn machen. Ein Beispiel: Weshalb braucht man für die Spree jeweils eine untere Wasserbehörde in Spree-Neiße und Cottbus: Zuerst im Kreis, wenn sie nach Cottbus fließt, dann in Cottbus, dann wieder in Spree-Neiße. Das kann man besser und einfacher machen. Details müssen aber in den neuen, größeren Landkreisen geklärt werden. Zum Beispiel, ob die Schulträgerschaft in Hoheit einer größeren Stadt bleibt. Das ist bereits heute möglich.

Rathaus Cottbus, Foto: picture alliance

Rathaus Cottbus, Foto: picture alliance

Nein,

Alle Bürgerinnen und Bürger können ihr Kfz-Kennzeichen behalten – oder, je nach Wunsch, ein neues bekommen. Auch bei der Beantragung von Führerscheinen ändert sich nichts.

Autokennzeichen, Foto: picture alliance

Autokennzeichen, Foto: picture alliance

Es ändert sich nichts.

Personalausweise und Reisepässe werden weiterhin bei den Personalausweis- und Passbehörden der amtsfreien Gemeinden und Ämter beantragt und ausgegeben. Die Kreisgebietsreform wird daran nichts ändern.

Reisepass, Foto: picture alliance / dpa

Reisepass, Foto: picture alliance / dpa

Nein, natürlich nicht.

Sie beantragen ihn wie bisher bei Ihrer Gemeinde.

AWO Kindergarten «Diesterweg» in Lübbenau, Foto: picture alliance

AWO Kindergarten «Diesterweg» in Lübbenau, Foto: picture alliance

Der Ortsname bleibt. Das Stadtgebiet bleibt.

Manche Aufgaben werden auf den neuen Kreis übergehen, aber das wird Ihr persönliches Leben (kaum) berühren. Deutlich verringern wird sich jedoch der Schuldenstand ihrer Stadt. Damit steigen die städtischen Handlungsmöglichkeiten. Ob Sie dies spüren, hängt von der Kreativität Ihrer Stadtverwaltung ab.

Brandenburg an der Havel, Foto: picture alliance

Brandenburg an der Havel, Foto: picture alliance

Nein.

Der Fußball- Landesverband Brandenburg e.V. hat seine Reform der Fußballkreise bereits 2014 abgeschlossen (Reduzierung von 17 auf 8 Fußballkreise). Im Zuge einer möglichen Kreisgebiets- oder Verwaltungsstrukturreform im Land Brandenburg sind also keine Änderungen der Fußballkreise vorgesehen. Für Ihren Sohn heißt das, dass sich – wenn er weiter in der Kreisliga Spree-Neiße spielt –  keine weiteren Fahrtstrecken als bisher ergeben und er auch nicht in Finsterwalde Tore schießen muss. Das möge ihm weiterhin in der bisherigen Kreisliga gelingen.

Foto: pixabay

Nein, eine lange Reise ist auch zukünftig nicht zu erwarten.

Wie bisher werden auch künftig solche Kreiseinrichtungen erreichbar bleiben und wie heute auch mit lokalen Außenstellen arbeiten. Im künftig größeren Verbund lässt sich vielleicht sogar manches besser machen als bisher.

Mäuseorchester der Musikschule Eberswalde, Foto: picture alliance/zb

Mäuseorchester der Musikschule Eberswalde, Foto: picture alliance/zb